Samstag, 16. April 2011

Mit "Nein" kann man nichts verkaufen ...


Es war mal wieder soweit: Frau Leporella zog aus, um ein wenig Ihres wohl- und hart erarbeiteten Lohns diversen Einzelhandelsgeschäften anzudienen.

Jeder, der mich kennt, weiß, ich gestehe: ich steh´ nicht wirklich auf "shoppen",aber manchmal, da muss es einfach sein...

Nach Totalausverkauf und radikalem Umbau, den Mief der 50ger nun endlich dem Frühjahr entsprechend herausrenovierend, eröffnete der ortsansässige Schuhladen neu und  ich jubelte: von außen und auch das wenige, was  ich innen erkennen konnte: modern, hell, freundlich, ansprechend...

Das schrie doch förmlich danach, dass ich dem Laden eine erneute Chance geben musste: schließlich, so eine Renovierung ist ja  teuer und auch wenn man das Finanzamt an der Verschönerung beteiligt, so muss sich der Umbau ja auch durch gutgelaunte Kunden, die fröhlich Ihre Tüten - werbewirksam  - heraustragen, belohnen - so denn meine Phantasie...

Ich trat also - zumindest gedanklich - meinen exorbitanten Triumphzug in das hiesige Schuhgeschäft an, fest dem Glauben gewidmet, außen hui, also hat sich auch innen ´was getan, das Sortiment spricht nunmehr auch die Gruppe U80 an...

Ich stiefelte also erwartungsgrinsend in den Laden und sah auch einige Schühchen in den Regalen, nun ja, nicht unbedingt das, was ich mir unter "U80" vorstelle und ein wenig arg weit auseinander drapiert, so dass es nach Masse aussieht, aber immer noch fest entschlossen, ich wollte ihnen Geld bringen (und zugegebener Maßen, mir neue Schühchen).

Meine Mine verdunkelte sich immer weiter, als ich die Regale so abschritt: mit dem Portfolio hätte man ein hohe Erfolgschance beim Seniorenbingo der Caritas gehabt, aber für mich (auch in unkritischem Zustand) war das jetzt echt nichts, aber auch gar nichts ... aber vielleicht bot das Lager - Sie wissen schon, dass ist das hinter dem magischen Vorhang, wohin sich die Schuhverkäuferinnen immer flüchten, ja doch noch etwas brauchbares.

Da die Privatsphäre der Kunden in diesem Laden heilig ist, wird man auch nicht angesprochen, um herauszufinden, ob denn tatsächlich ein Kaufinteresse vorliegt, nein, die armen Verkäuferinnen - entschuldigung - falsche Stellenbeschreibung: Schuh- und Regalaufpasserinnen, die sich diesem Credo bis zur Erschöpfung verpflichtet fühlen, langweilen sich so fürchterlich, dass sie Ihrer Tränen trotzen, in dem sich Frau Erika und Frau Petra intensiv darüber austauschen,...



Übrigens:

... neue Schühchen habe ich immer noch nicht … 


... geht ja auch noch - irgendwie - oder ???











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