Freitag, 30. April 2010

Learning by doing - Perlenhäkeln (Teil 2)

Sie werden es nicht glauben, aber es ist wahr...

eine Aufräumaktion, die von mir die Entscheidung verlangte, dass die kleinen bunten Perlchen nunmehr soweit hinten in den Schrank verbannt werden, dass das erneute Hervorholen einen akrobatischen Akt zwingend voraussetzt oder ein erneuter Versuch, ließen in mir einen ungeahnten kreativen Reiz aufkeimen, dass es sich lohne, es erneut zu versuchen.

Das weiße dünne Häkelgarn war schon ein wenig ergraut und eines kann ich an dieser Stelle mal gleich loswerden: das Aufreihen der kleinen springenden Dinger wird niemalsnicht meine neue Lieblingsbeschäftigung! Diese Zählerei, dann hopsen die Dinger wie wild herum, wenn man sie nicht richtig erwischt, das ständige Nachzählen des Rapports: pfui Teufel - aber wie heißt es doch so schön, wer schön sein will, muss leiden - also leide ich noch ein wenig.

So fing ich also damit an, bunte Perlen auf eine Schnur zu fädeln und zwar immer im Wechsel, eine bunte Perle und eine durchsichtige Perle, wie sich später herausstellte, eine weise Entscheidung....



und los ging es...

Übrigens als überaus weise hat sich ebenfalls herausgestellt, meine Schüchternheit, eine Lesebrille aufzusetzen, zu überwinden: man sieht tatsächlich besser...

Nun erst einmal einen kleinen Anfang gehäkelt: 6 Luftmaschen zu einem Kreis geschlossen und zwei Reihen feste Maschen darüber gehäkelt (nur so, damit man ein bisschen was in der Hand hat) und die ersten 6 Perlen ein wenig separiert:



uiuiui, die erste Reihe naht:

puhhhhhh - geschafft - sieht doch gar nicht so schlecht aus:



immer daran denken: bunt auf bunt und durchsichtig auf durchsichtig; in unserem Beispiel folgt also logischerweise: rot auf rot...



juppi, man mag es kaum glauben, aber es stellt sich so an, als würde sich ein Geheimnis lüften:



in der unteren Reihe "liegen" die Perlen und in der aktuellen Reihe "stehen" die Perlen, damit sollte denn nun auch erkennbar sein, welches die "aktuellen" Perlen sind.

Hier kann man denn dann leider auch erkennen, warum es gut ist, ein wenig mehr Geld für Perlen auszugeben: es gibt Perlen (Miyuki), die ein wenig teurer sind, dafür aber alle gleich groß; bei diesen "billigen" Rocailles hat man das Probelm, dass sie eben nicht gleich groß sind, was bedeutet, dass das Muster hinterher nicht so ebenmäßig ist:



und wieder der Beweis: "liegende" Perlen und die aktuellen: sie "stehen"



aber auch so etwas kommt vor:



oder



weder hatte ich eine Ahnung, was der weiße Faden an dieser Stelle machte, noch konnte ich mir erklären, wie die rote Perle in die Mitte kam, da ich aber nun endlich mal einen Schritt weiterkommen wollte, habe ich mich nicht darum geschert und tapfer weitergehäkelt...

immer links neben der nächstfolgenden, farblich passenden Perle, die "steht" einstechen und sie nach rechts unten drücken, dann liegt sie und

die neue Perle einhäkeln

und wenn man dann gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz tapfer war, dann sieht es nach ein paar Reihen so aus...




und für diejenigen, die so nett bis zu diesem Zeitpunkt mit mir gelitten haben, für die habe ich noch ein kleines Filmchen...







Kommentare:

Anonym hat gesagt…

DAS hast du sehr schoen gemacht

Anonym hat gesagt…

Hallo Leporella, durch Zufall bin ich auf deine Seite gekommen und muss sagen, ein Schmunzeln oder gar ein leichtes mittellautes Lachen konnte ich mir nicht verkneifen ;o) Die Anfänge sehen wirklich nicht so aus, als würde sich etwas ergeben, auch ich hätte ordentlich gepfeffert ;o(
Nachdem ich mir aber alles gut durchgelesen habe, werde ich es auch einmal versuchen - mit Lesebrille. Du siehst, du bist nicht die Einzige, die so ein Gestell benötigt.
Vielen Dank für die Reizung der Lachmuskeln. Liebe Grüße Ingrid