Samstag, 10. April 2010

Nächster Stichtag 10.04.2010: es geht aufwärts

Nun ist es mal wieder Zeit, einen weiteren Statusbericht abzuliefern. Seit ein paar Tagen klappt es ganz gut:

ich benutze zu Hause nur noch eine Krücke und am Mittwochabend habe ich doch glatt ohne Krücke in der Küche gestanden (und natürlich auch ein wenig gegangen) und gekocht:



(nur für die ganz neugierigen : mariniertes Schweineschnitzel mit Grillgemüse)

Klar, kein 5-Gänge Menu, aber es war ein sehr erhabenes Gefühl, so ganz auf normalem Weg an das Salzfässchen zu gelangen und es war für mich wieder ein Stückchen mehr an Freiheit (oder wie meine Familie gerne imitiert: "danke, ich kann das selbst...")



Ich hoffe einfach, dass es jetzt Stück für Stück weitergeht und ich die Krücken bald nicht mehr brauche: ich will weder undankbar, noch hibbelig erscheinen, aber ich habe es so satt...

Daher habe ich auch heute das erste Mal beim Duschen gestanden ...


Gestern traf ich durch Zufall einen Leidensgenossen, der mich fragte, was denn passiert sei und ich spulte den Text herunter, den ich täglich mehrmals aufsage, als mein Verstand sich aufmerksam zeigte, da ihm die Ohren signalisierten, sie hätten den folgenden Satz vernommen: "oh, das hört sich aber schwer nach trimalleolärer Luxationsfraktur an"...

und ich staunte,


sollte ich nun jemanden persönlich kennenlernen, der auch betroffen war - und ja, er hatte das Gleiche (nur noch ein wenig schlimmer, da offener Bruch) vor drei Jahren.

"Und", fragte ich gespannt und neugierig erregt, "wie klappt das mit dem Laufen?" und lächelte ihn euphorisch an, da ich mir sicher war, die Antwort zu kennen: "super", würde er sagen und wieder waren es meine Ohren, die meinem Verstand suggerierten, dass es sich lohne zuzuhören. "Miserabel", antwortete er und ich schluckte und bekam Augen, so groß wie Billardkugeln.



"Gerade gestern musste ich wieder die Erfahrung machen, dass die Schmerzen manchmal zu groß sind" und meine Augen näherten sich dem Durchmesser eines Handballs.

Oh je, das dürfte doch nicht war sein und während meine innere Stimme, die gute Seele, mich zu beruhigen versuchte, dass jedweder Bruch anders ist und jedwede Form des Heilungsprozesses individuell und dass dies noch gar nichts heiße und ich das nun mal nicht auf mich beziehen soll,

kreischten meine Öhrchen in Richtung Verstand, nur knapp an den Bowlingkugel-großen Augen vorbei:

"ja, bei 20 Km war echt Schluss - ich muss mir neue Laufschuhe holen, sonst kann ich meine Zeit beim Marathon knicken" -

ich muss ihn angeguckt haben, wie eine , die ich gerade dabei erwische, wie sie meine schönen Frühlingsprimeln auffrisst und er erkannte meine fragenden - zu Medizinball großen mutierten - Augen,


grinste und bemerkte: "Gell, sie haben "gehen" gemeint, aber nach "laufen" gefragt - damit sie beruhigt sind, ich kann wieder völlig normal gehen"

... und was lernen wir daraus:

zuhören verhindert Missverständnisse

und hier wieder die aktive Statistik - Klickiklacki macht es groß - diesmal mit Soll- und Istwerten





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