Montag, 28. Dezember 2009

An die ABS-Sockenherstellungsindustrie...

Keine Angst, das gibt jetzt keine 1001. Abhandlung über das Verschwinden der linken schwarzen Socke in der Waschmaschine (unsere Socken betreten die Waschanstalt nur ordentlich, zu zweit, durch kleine Plastikfüßchen, verbündelt)...


Es ist ein Brief mit einer offenen Frage, auf die ich zu und zu gern eine Antwort hätte ...


Sehr geehrte Damen und Herren, die Sie Socken mit Stoppfunktionen entwerfen,

dass ich jemals an Sie schreiben würde, hätte ich bis vor kurzem nicht gedacht, doch meine Recherchen ließen keine andere Handlungsweise zu.

Es soll ja Leute geben, die – hoffentlich lediglich temporär - gehtechnisch ein wenig eingeschränkt sind. Um deren Mobilität wieder herzustellen, ist es erforderlich, dass sie eifrig und unter professioneller Anleitung exerzieren.

Nun sollte man meinen, dass berufserfahrene Physiotherapeuten über manch kuriose Eigenart ihrer Patienten hinwegsehen, doch manche nehmen es sehr genau und bekommen hysterisch verzerrte Gesichtszüge, wenn sie beobachten, dass ein Patient mit seinen Krücken und Socken (ja, Schuhe passen noch nicht) über das heimische Laminat schlittern.

Auch wenn, ob der finanziellen Krise, das sehr stark leidende Budget des Gesundheitsetats, über jedwede weitere Zahlung erfreut ist, so ist es nicht erstrebenswert, die schweißtreibende und überaus erfolgreiche Arbeit einer Koryphäe des Faches Orthopädie, damit zu blasphemisieren, dass man sich erneut die Knochen zertrümmert.

So kam es dann, dass die hysterisch verzerrten Gesichtsmuskeln der geschätzten Physiotherapeutin immerhin noch diese Muskeln in Richtung Mundwinkel zu orientieren vermochten, um - die keinen Widerspruch duldenden - Worte: "ab heute nur noch mit Socken mit Stoppfunktion", zu formulieren.

Da sich zwar einige Socken in meiner Schublade tummeln, jedoch keine mit diesem gewünschten Prädikat, gab ich denn Bestellungen in Richtung Familie auf, mir diese Socken (die wir immer nur ABS Socken nennen) zu beschaffen.

Tja, wenn Sie jetzt denken: "nichts einfacher als das", dann denken Sie genau so, wie auch ich, bis vor einer Woche, dachte.

Die moderne ABS Socke von heute zeichnet sich nämlich dadurch aus, dass sie zwar über "gummierte" (man verzeihe mir gnädig diese diffamierende Umschreibung, da mir die chemischen Ingredienzien nicht bekannt sind) Elemente verfügt, aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaber nicht im Bereich der Ferse ...

Warum denn nur nicht? Gerade der Gebrauch der Ferse macht bei Gehübungen durchaus Sinn und jetzt mal rein anatomisch gesehen: sie darf zuerst den Boden berühren, nur mal so, als kleiner Tipp...
  • Ist dieses Gummi(pardon: siehe oben) Zeugs so teuer, dass man sich bei vollflächiger Ornamentierung diese Socke nicht mehr leisten könnte?
  • Liegt es daran, dass eine diesbezügliche Fersenschmückung derzeit nicht en vogue ist?
  • Liegt es daran, dass die Handarbeitszeugherstellungsindustrie eine Marktlücke geschlossen hat und nunmehr ihrerseits mit dem Verkauf kleiner gummierter (s.o.) Bärentatzen und flüssigem ABS, ihr Salär stützt?
Mittlerweile haben wir die Restbestände einer Firma aufgekauft, die sich von diesem Zwang, ornamentlose Fersen zu designen, distanzierte und völlig unbekümmert auch die Ferse – ätsch und jetzt sage ich es noch einmal – mit Gummi - ornamentierte…


By the way: NUR DIEse Socken sehen übrigens auch noch sehr hübsch aus …


Wenn Sie, meine werten Damen und Herren der ABS-Sockenherstellungsindustrie, jetzt verächtlich mit den Schultern zucken, so sage ich Ihnen, ich werde nicht, mit zwei Krücken bewaffnet am Bügelbrett wankend versuchen, Ihre vergessene Fersenornamentierung nachzubessern – ich nicht …

Ich kaufe eben NUR DIEse Socken …

Hochachtungsvoll

Das Bein

was danach geschah

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