Sonntag, 27. September 2009

ROM sehen und ...

Tja, liebe Mitleser,

es gibt mich noch - allerdings etwas anders ...

Vor einiger Zeit habe ich euch unter anderem diese Karte vorgestellt: es handelt sich hier um einen Gutschein für eine Reise nach ROM, ein besonderes Geschenk für den besten Ehemann von allen ...

Am 10. September ging die Reise los und wir landeten in der ewigen Stadt - es war später Nachmittag und das Sightseeing Programm sollte erst am nächsten Tag starten, also Zeit genug die Stadt zu fühlen ... wir fanden ein gemütliches und gediegenes (ziemlich Touristen freies Restaurant) und genossen den Abend in vollen Zügen.

Am nächsten Morgen eroberten wir die Stadt bis hin zur sixtinischen Kapelle und waren sogar ´drin ...

Der nächste Morgen endete dann für mich ca. 50 Schritte vom Hotel entfernt - ich stürzte - rollte mich noch zur Seite, hielt meinen linken Fuß auf dem rechten Oberschenkel fest und bat den besten Ehemann von allen, die Ambulanz zu rufen, denn so wie Unterschenkel zu Fuß stand, konnte das nur gebrochen sein:

also Ambulanz zur Polyklinik San Giovanny ... um eine lange Geschichte kurz zu machen, der Arzt fragte mich, ob ich es dramatisch liebe, denn es sei "really bad, bad broken" und bot mir an, direkt in Rom zu operieren oder so zu gipsen, dass ich nach Deutschland zurück kann, um dort operiert zu werden: ich entschied mich für die zweite Alternative in der Hoffnung, dass die Beschreibung: "bad, bad broken" den mangelnden Englischkenntnissen des Arztes trotzen sollten...

Der ADAC bemühte sich, meine bald mögliche Ausreise zu organisieren, doch da man schließlich zur Schadenminderung beizutragen habe, verbrachte ich noch 2,5 Tage mit einem schweren Gips, Krücken sowie einer Portion Schmerztabletten im Hotelzimmer ... bis endlich dann das rosa Kreuz kam, um mich mit dem Krankenwagen zum Flughafen zu bringen...

Da man leider Boarding Time mit Abflugzeit verwechselt hatte und in Italien anscheinend die Verwendung der Sonderrechte (sprich Blaulicht) nicht so eng gesehen wird, waren wir sehr schnell am Flughafen und ich sage euch: es war eine Erfahrung, die mir zwar die sieben Hügel bewusst machte, aber auf die ich hätte gut und gerne verzichten können ...

Hier wurde ich dann wieder vom Krankenwagen abgeholt und die netten Mitarbeiter brachten mich direkt ins Krankenhaus ...

Mir ging so ganz langsam der Allerwerteste auf Grundeis und der Dienst habende Arzt brachte mir sehr schonend bei, dass "bad, bad broken" leider sehr wörtlich zu verstehen ist und man mich sofort am nächsten Morgen operiere...

An dieser Stelle danke ich dem Ärzteteam des Dreifaltigkeitskrankenhauses in Köln Braunsfeld für die hervorragende Arbeit, sie haben es nämlich geschafft, mich vor einem Fixateur zu bewahren ...

Ebenfalls danke ich den netten Schwestern, die es wirklich geschafft haben, den Aufenthalt sehr erträglich zu gestalten (insbesondere: Schwester Hannelore (die weltnetteste Nachtschwester mit der Lizenz zu trösten), Schwester Pia (die ein wenig strenge, aber überaus kompetente, die auch bei der nervigsten Anfrage noch nette Antworten gibt), Schwester Miriam (das Küken, mit glänzenden Augen, wenn sie Blutabnehmen darf - einfach ein Sonnenscheinchen mit unvergleichlichem Minenspiel), Schwester Kerstin, Schwester Kathrin, Schwester Eva, Schwester Sabine und natürlich nicht zu vergessen: Susanne Scharwat, die motivierendste, langmütigste, freundlichste und strahlendste Physiotherapeutin, die einem immer Mut macht...

Nun ziert seit 10 Tagen ein weiterer Gips mein linkes Bein, damit das Sprunggelenk heilen kann, am Dienstag werden wohl die Fäden gezogen und in weiteren 4 Wochen, wird dann eine der Schrauben wieder entfernt, damit ich ganz langsam anfangen kann, das Bein zu belasten ...

Vor lauter Ehrfurcht habe ich versucht das Rauchen - zumindest temporär - einzustellen (ja Herr Dr. Ehrenberg, ich habe ihre Worte zumindest schon einmal soweit beherzigt, dass ich im Krankenhaus gar nicht graucht habe und hier zu Hause, es versuche) - es ist nicht zu 100% gelungen, gestern habe ich 2 gepafft und heute eine, aber ich hoffe, dass ich es schaffe, mich so zusammenzureißen, dass ich das Rauchen wirklich zumindest so lange aufgeben kann, bis ich wieder laufen kann - ich bemühe mich ehrlich...

Ich hoffe, dass die OP erfolgreich war und dass ich mein Sprunggelenk wieder normal benutzen kann - die Ärzte sind sehr zuversichtlich - also versuche ich es auch zu sein ...

Ach ja, der beste Ehemann von allen, dem ich diese Reise ja nun schenken wollte, zeigte mal wieder, dass er die Auszeichnung: bester Ehemann von allen wirklich lebt: er ist für mich da, hat alles geregelt und regelt noch, macht mir Mut und tröstet und ist eben einfach der beste Mann der Welt - diese - mit Sicherheit - unvergessliche Reise hat nämlich wieder einmal bewiesen: Janz ejal, wat och passeet - mer stonn zusamme ...