Samstag, 2. Januar 2010

Nächster Stichtag 21.12.2009

Uuuuuuuuuuuuuuuuuuurgs – es ist der 20.12.2009 und es schneit. Nicht so kleine niedliche Flöckchen, die schon geschmolzen sind, bevor sie den Boden erreichen, nein, richtig dicke, fette Flocken, die sich weißelnder Weise über den Gehweg samt Straßen gemütlich verteilen und bei manchem sicherlich ein weihnachtliches Gefühl auslösen – bei mir eher Bedenken.


Krücken und Schnee passen einfach nicht zueinander: da kannste nix machen, das ist einfach mal so …


Zudem bleibt zu vermelden, dass Omas alte Waage (diese neumodischen Dinger, die einem auch noch ungefragt mit einem hämischen Grinsen den BMI ins Gesicht blinken sind nämlich für Teilbelastungsübungen unbrauchbar) lediglich auf 19 Kg geklettert ist – die 20 wollte partout im Display nicht erscheinen – freut man sich sonst über jede höhere Zahl, die nicht angezeigt wird, so war es jetzt doch ein wenig frustrierend.


Da 20 Kg aber eh zum Schweben zu viel, zum Gehen aber ebenso zu wenig sind, verblieb es also bei den 19 Kg – man kann es nicht erzwingen.


Zudem beriet mich meine PQ (personal Quälerin (= Physiotherapeutin)), dass ich falsch gehe.


„Wie bitte?“ – ich gehe falsch.


Ich bin nunmehr 39+x Jahre durch die Gegend gelatscht und jetzt werde ich aufgeklärt, dass ich falsch gehe? Ich habe aber ehrlicherweise gar nicht verstanden, was denn so falsch an meinem Gehen ist und dachte mir, irgendwie werde ich es schon herausfinden, da ich mir normalerweise einbilde, ein recht pfiffiges Kerlchen (ja, ich weiß: Kerlinchen) zu sein.


Ich beobachtete also fortan die Leute aus dem Fenster und schaute, wie sie gehen.


Wow – neue Erkenntnis gewonnen: die Leute gehen ja alle anders … wie und woher sollte ich denn entscheiden, wer richtig und wer falsch ging, denn dass alle anderen Menschen richtig gingen und nur ich falsch, das wollte ich mir denn nun doch nicht eingestehen und selbst die beiden grauen Metallstäbchen, die jeden meiner Schritte begleiteten, hatten sich bisher noch nicht beschwert.


Ich bin sogar soweit gegangen, mir im WWW (nein nicht westlicher Westerwald, ich meine das Internet) Studien von hochrangigen Wissenschaftlern anzuschauen, die den optimalen Gang schematisch dargestellt haben – allerdings durfte wohl aber jedem klar sein, dass diese Schemata und ein krückenbeschwerter Gang genauso viele vergleichbare Parameter bieten, wie Quasimodo und Heidi Klum – also brachte mich das auch nicht wirklich weiter.


Es geschah aber denn am 27.12.2009 als ich mein tägliches Training absolvierte, als mir der hintere Teil meines Beines (früher nannte man das Wade) und die Stellung meines Fußes einen erheblichen Strich durch die Rechnung machten, als ich zufälligerweise versuchte, die Ferse beim Gehen einmal mit einzubeziehen.


Ging nicht – war schlechterdings unmöglich … die Beugung, die hätte geschehen müssen, hätte vielleicht den Verdacht aufkeimen lassen, dass hier ein Stück Gips vergessen wurde, so derartig betoniert unbeweglich fühlte ich mich.


O.K., das muss sich nunmehr ändern und eine weitere Übung erweitert nun mein tägliches Murmeltier: ich versuche den Fuß > als 90° in Richtung Knie zu bewegen – doof nur, dass der Fuß leider andere Pläne hat und sich mit so ein paar Sehnen solidarisch zeigt, die das auch gar nicht wollen.


Aber ich mache weiter, denn einen positiven Nebeneffekt hat diese ganze Dehnerei denn auch: eine der Narben wird so mitbewegt, dass sie keine Chance mehr hat, eine Poussage mit dem Innenknöchel einzugehen, um dann wieder manuell gelöst werden zu müssen – da dies ein ausgesprochen unangenehmer Zustand ist, habe ich diese Liaison nunmehr ein für alle mal untersagt und ich hoffe, sie halten sich daran …

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