Sonntag, 14. Juni 2009

War das alles?

Es ist soweit, die Tat muss nahen,
innerlicher Kampf voraus,
ich kann und will es nicht bejahen,
ich halt es aber so nicht aus.

Ungewissheit, schwer gezügelt,
schlängelt sich durch den Verstand,
durch Dein Handeln aufgewiegelt,
mein Vertraun´ war meine Bank.

Ach ich wünschte, ach ich könnte,
die Uhr noch einmal rückwärts stelln´,
mir die Hoffnung niemand gönnte,
jetzt bleibt mir nur noch zu verstehn´.

Worte sog ich auf und dachte,
gib´ Dir Mühe - es wird gut,
tröstende Sicherheit, man lachte,
weißt Du denn, wie weh das tut?

Nicht zu wissen, sind die Worte,
Hülsen ohne Widerhall,
doch im Inneren da schmorte,
diese Angst vorm großen Knall.

Betrogen ja, betrogen nein,
ich will es gar nicht wissen,
Misstraun´ wie ein Seelenstein,
ich weinte einsam in die Kissen.

Du warst da - doch meilenweit,
war Dein Gefühl gegangen,
die Kälte und die Einsamkeit,
die mit der Liebe rangen.

Ich spürte schnell, ich hab´ verloren,
wieviel Zeit verbleibt mir noch?
Vor Kälte zitternd, nicht geborgen,
Du bist schon weg - ich spür es doch.

Wie lange willst Du denn noch warten,
mir Dein Verschwinden zu erklärn´,
ich und sie - es sind zwei Sparten,
die angeblich sich nie berührn´.

Gut gemacht, schnell um sich schlagen,
Ich bin schlecht und du bist gut,
das Gewissen darf nicht nagen,
meine Tränen sind voll Wut.

So verlogen, unaufrichtig,
habe ich nicht mehr verdient?
mich wiegen: „bleib mal zuversichtlich“,
da hattest Du doch schon gesühnt.

Nicht die Tat machts, mag schon stimmen,
doch gedanklich allemal,
gabs´ das moralische Entrinnen,
die Körpersprache log kein mal.

Sieben Jahre schnell vergessen,
keine Chance, doch egal;
von den Vorwürfen zerfressen,
die schafft das schon, ist hart wie Stahl.

Mein Bemühn´ - in allen Ehren,
still belächelt, diskutiert,
zur Kenntnis, sich dagegen wehren,
"es hat mich eben nicht berührt."

Keine Liebe: Mitleid, Rücksicht -
ach wie sehr charmant,
Verantwortung, die brauch´ ich nicht,
hab´ meine Lage schon erkannt.

Bin kein Häschen in der Grube,
dass ängstlich nach dem Feinde schielt,
will nur sitzen in der Stube,
die ich für mein zu Hause hielt.

"Geh´, verschwind aus meinemLeben",
bist schon lange mir im Weg,
so als hätts´ mich nie gegeben,
praktisch: Doch wer liebt - der lebt.

Verletzt durch Worte und durch Taten;
gekränkt durch Feigheit und den Hass!
Wie konntest Du mich so verraten -
doch langsam ist es voll, das Maß.

Nie die Wahrheit, nur verlogen,
feige unter sich geblickt,
hat Dein Charakter sich verbogen,
Moral und Anstand weggeschickt.

Hast aufrecht, gerade auch mal gerne
unbequemes ausgedrückt;
Rückrat einsam in der Ferne,
Ehrlichkeit wird unterdrückt.

Dem Gewissen zu entrinnen,
ist doch wahrlich schwer genug,
sich auf den Anstand nicht besinnen,
ist das auf Dauer wirklich klug?

Kannst Du noch in den Spiegel blicken?
Ist die Wahrnehmung verzerrt?
Oder ein Lächeln voll entzücken,
ist dein Denken noch gesperrt.

Ist das nun der Mann gewesen,
dem ich jahrelang vertraut,
den ich liebte, der vergessen,
was man zusammen aufgebaut.

Hat das Gesicht mich lange Jahre,
mit Scharade wohl geirrt,
oder jetzt nur diese Lage,
die Dir den Verstand verwirrt?

Ich glaub´ ich werd´ es nie ergründen,
was geschah in kurzer Zeit,
doch Narben bleiben, ob der Sünden,
von Dir bis in die Ewigkeit.