Samstag, 13. Juni 2009

Learning by doing - Perlenhäkeln (Teil 1)

Liebe mit leidende Gemeinde…

Es begab sich denn nun zu der Zeit, als auch Leporella einmal eine Perlenkette häkeln wollte
und ständig vor der Frage stand:"Wie kommt der Knoten bloß hierein?"





Dass, was ihr gleich seht, sind nicht die Anfänge!!!

Nein, hier handelt es sich bereits um das fortgeschrittene Stadium. Aber getreu dem alten Hausfrauenmotto, nicht aufgeben, wenn auch die frisch geputzte Dusche nur 3 Minuten sauber ist, immer wieder anfangen und nicht aufgeben, habe ich immer wieder, a) aufgeribbelt, b) abgeschnitten oder c) – je nach Gemütslage – in die Ecke gepfeffert.

Nun habe ich leider keine Statistik geführt, doch ich glaube der Publikumsjoker hat Recht! Antwort c) ist richtig und sollte ich eines der gepfefferten Exponate wieder finden, so werde ich es euch auch nicht vorenthalten – doch kurz gesagt, reicht euer Vorstellungsvermögen sicher vollständig aus: ein Wollknäuel mit ein paar, darin sich windenden und versteckenden, Perlen…

Dann dachte ich mit, warum soll ich euch nicht teilhaben lassen. Sollte es mir tatsächlich irgendwann einmal gelingen, eine Perlenkette zu häkeln, ist es eine schöne Erinnerung und ansonsten macht es vielleicht auch all denjenigen Mut, die gleich verzückt aufschreien werden und kreischen: „das sieht ja genauso aus, wie bei mir…“ …

Wichtig vor allen Dingen ist das Material, so schreiben kluge Ratgeber und bieten einem ebenso viele, wie
nutzlose
Alternativen an, die meistens als die einzig Wahre tituliert werden:

Ich weiß denn nun auch, dass man Häkelgarne nach Stärken unterscheidet. Je höher die „Zahl“ der Stärke, desto dünner das Garn – eine Erkenntnis, die ich persönlich ein wenig paradox finde, aber nun denn: das kann man sich ja gerade noch merken.

Also wanderten denn dann verschiedene Stärken in mein kleines Körbchen und 3 Häkelnadeln für „Garnhäkeln“(so steht es auf der Packung) in den Größen: 1, 1,25 sowie 1,5.

Ich weiß auch nicht so genau, warum die Frau an der Kasse mich so mitleidig anschaute, vielleicht war das ja auch nur die Einbildung, weil ich selbst schon Muffensausen bekam, was ich aus diesen filigranen Utensilien veranstalten würde… ich hatte zuvor auch noch nie eine Häkelnadel in der Stärke 1 gesehen und ehrlich gestanden, um den Haken zu erkennen, der das Metallstäbchen zu einer Häkel (kommt wohl doch von Haken) nadel werden lässt, musste ich erst mal die Lesebrille aus der Tasche ziehen (da ich eine solche noch nicht so lange mein Eigen nenne, bin ich noch ewas scheu, sie in der Öffentlichkeit aufzusetzen, zählt man doch jetzt unweigerlich zu den Üvis…) – aber mit Brille erkannte ich den Haken…

Und dass es ein solcher - in doppeltem Sinne - werden würde, davon erzähle ich euch jetzt:

Auf dem ersten Bild habe ich das Garn der Stärke 20 kombiniert mit der Häkelnadel 1,25. Links habe ich mich in festen Maschen versucht, rechts in Kettmaschen – hier der Haken: viel Garn, wenig Perle …




O.K. – das war wohl noch nicht optimal: also nun Garnstärke 15 mit Nadel 1,0:

Hier als feste Maschen



und mutiger geworden, noch einmal in Kettmaschen: immer noch mehr Garn als Perle



also weiter versuchen: hierbei handelt es sich um die Variante: handelsüblicher Zwirn aus der – sehr übersichtlichen - Kurzwarenabteilung unseres Supermarktes (ist leider ein Noname Produkt, ohne Angabe der Stärke: ist aber ungefähr so dick (besser in diesem Fall: so dünn) wie Nähgarn, nur etwas fester:

Außerdem habe ich beschlossen, nun doch endlich Lehre anzunehmen und zumindest zweifarbig zu häkeln: also 6 durchsichtige Perlen und 6 rosa (bäääääääääääääääääääääääääh – aber andere hatte ich keine (logisch: rosa benutze ich auch nur in Ausnahmefällen)) Perlen abwechselnd gefädelt und so hatte ich mir dabei gedacht: dann muss ja, so rein theoretisch, in der zweiten Reihe immer rosa auf durchsichtig und in der dritten durchsichtig auf rosa folgen – das sollte man erkennen können…

Nein, kann man nicht, denn die Perlen entwickeln ein Eigenleben: das Garn ist zwar rund, doch die Perlen suchen sich ihre Plätze selbst aus und so sieht es aus, wie bei einem Kettenkarussell, wenn Sturm aufkommt… Kann mir mal einer sagen, warum die nicht hübsch ordentlich, farblich passend nebeneinander liegen?



Nun gut, also den nächsten Tipp gegoogelt: die Sache mit dem Strohhalm, um den man drumherum häkeln soll – so zum üben, erst mal einen Anfang, ohne Perlen …



das hat schon mal geklappt, also nun mit Perlen und schön immer weiter: wenn zwei gleichfarbige Perlen nebeneinander liegen, was sie ja eigentlich nicht sollten, habe ich mich für die entschieden, die besser „durchzustechen“ war, weil ich nicht wusste, welche von beiden richtig war, hätte die Trefferquote eh nur bei 50% gelegen … immer noch sehr wuselig, aber tapfer, Runde um Runde weiterge
flucht
, äh, geäkelt (ha, da ist er ja wieder, der gute alte Freud: wollte ich nun geekelt schreiben, oder gehäkelt – ich befrage mal mein Alterego, vielleicht ist das eh geschickter als ich)



Irgendwann geschah etwas Unglaubliches:
In der gehäkelten Reihe, befanden sich nur noch gleichfarbige Perlen – wie ging das denn?

Leider habe ich keine Ahnung, sonst würde ich es euch sagen, es war aber einfach so geschehen und während ich schon an den Pygmalioneffekt glaubte und summte: „Mein Gott, jetzt hat sie´s …“ sinnierte ich darüber, dass es vielleicht daran liegen könne, dass ich nun wirklich, die Perle, in deren Öse ich links einsteche, sehr stark nach rechts – bzw. unten drücke, um der neu einzuhäkelnden Perle ein schönes Plätzchen in der oberen Reihe zu verschaffen – aber seht selbst…











Leider hatte ich nun meinen Strohhalm so sehr gequetscht, dass ich ihn entfernen musste und wollte denn nun freehand mein neu erworbenes Geschick weiterverfolgen.



Doch leider, das nächste Bild zeigt euch anschaulich, das im Volksmund so gerne zitierte: Wie gewonnen, so zerronnen:

Wo kommt die verflixte 7. Perle her und warum ist die in der Mitte???



Fragen über Fragen – ich werde weiterüben … aber jetzt brauchen meine Fingerchen ein wenig Schonzeit und außerdem sind mit leider auch einige Perlen (so ca. ½ Dose) heruntergefallen und tanzten lustig auf dem Laminat, deshalb gehe ich mal den Staubsauger holen …